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Pandemie stützt den Boom des Radfahrens

Der Fahrradfachhandel ist nach ersten Daten einer der großen Gewinner der Corona-Pandemie. Der Boom der letzten Jahre setzte sich trotz der zwischenzeitlichen Schließungen des stationären Fahrradhandels im ersten Halbjahr fort und beschert den Händlern Rekordumsätze. Die Erklärung dieser Entwicklung ist schwierig. Zwei Komponenten spielen jedoch hinein: E-Bikes und Radfahren als individuelle Freizeitaktivität.

Handel freut sich über Umsatz

Faszination Radfahren
Faszination Radfahren | ©: Manfred Antranias Zimmer - Pixabay

Während die großen Fahrrad-Online-Shops wie radonline.de auch während der Kontaktbeschränkungen und Handelseinschränkungen ihre Räder ausliefern konnten, mussten lokale Händler zwischenzeitlich schließen. Umso erstaunlicher ist, dass im April 2020 ein Umsatzplus von 12,5 Prozent auf der Seite aller Händler steht, obwohl viele Läden erst während des Monats wieder öffnen konnten.

Zu diesen Daten passen weitere Umsatzmeldungen großer Hersteller und Händler. Signa Sports United und die Accell Group konnten die Einbrüche im März und April im Resthalbjahr deutlich kompensieren. Die Branche kann die verpassten Umsätze während der Krisenzeit im März und April aber nicht nur verkraften, sie setzt insgesamt die Entwicklung der letzten Jahre fort. Radfahren boomt. Die Umsätze steigen im Mittel seit Längerem an. Woran liegt das?

E-Bikes sind Motor für Handel

Bei der Betrachtung der Umsatzzahlen rücken E-Bikes in den Fokus. Das Interesse an den Elektrofahrrädern wächst kontinuierlich. Da die Modelle aber wegen der zusätzlich erforderlichen Antriebstechnik deutlich teurer als normale Räder sind, steigt der Umsatz überproportional zu den verkauften Einheiten mit. Das heißt: Je mehr E-Bikes der Handel absetzen kann, desto stärker ist der Einfluss auf den Gesamtumsatz. Und diese Zahl steigt. 2019 erreichte der Absatz 1,365 Millionen Exemplare. Innerhalb von zehn Jahren hat sich diese Zahl fast verzehnfacht. Ein ordentliches Elektrorad ist für einen Preis ab ca. 2.000 Euro erhältlich. Damit liegt der Verkaufspreis deutlich höher als bei normalen Citybikes oder Trekkingrädern. Entsprechend hat der steigende Verkauf einen deutlich größeren Anteil am Gesamtumsatz.

Das Rad als Ausweg in der Pandemie

Der Boom bei Online-Shops und im Fachhandel hat aber eine weitere Erklärung. Zwar lief es bereits vor den Ladenschließungen ordentlich. Doch nach der Wiedereröffnung verzeichneten viele Fachhändler einen regelrechten Run auf Räder. Daher spielt dieses Jahr offenbar auch die Pandemie in die wirtschaftliche Entwicklung hinein. Zum einen nutzen mehr Menschen das Rad, um zur Arbeit zu fahren. Sie umgehen damit öffentliche Verkehrsmittel und die damit verbundene Infektionsgefahr im dichten Gedränge. Das Rad unterstreicht so seine Bedeutung für Freiheit und Individualität der Menschen. Zum anderen haben viele Menschen nach Wegen gesucht, sich aktiv in der Freizeit zu bewegen, ohne in Kontakt mit anderen Menschen zu kommen. Joggen und Radfahren sind dabei zwei ganz wichtige sportliche Betätigungen, mit denen die Menschen den Stress der Krise und den Sport im Verein oder im Fitnessstudio kompensieren möchten. Dieser Umstieg auf das Fahrrad hat ebenfalls einen Einfluss auf das Geschäft im ersten Halbjahr 2020 gehabt.

Faszination Radfahren ungebrochen

Eins zeigen die Zahlen ganz deutlich: Radfahren gehört weiter zu den beliebten Freizeitaktivitäten. Ob als Verkehrsmittel auf dem Weg zur Arbeit oder Schule, als schnelles Gefährt in der Stadt oder als Ersatz für Autos auf dem Land, ob als Sportgerät, Mittel für mehr Freizeitspaß oder als Gerät zur Erkundung der Landschaft: Das Fahrrad ist ein Top-Gefährte an der Seite der Menschen. Dabei spielt es keine Rolle, wie es genutzt wird. Wichtig ist nur, dass es genutzt wird. Denn Radfahren ist umweltfreundlich, gesund und beugt Stress vor. Diese Eigenschaften haben offenbar speziell in der Pandemie an Bedeutung gewonnen.

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